STABHOCHSPRUNG-ASS TIM LOBINGER 

Stabhochsprung-ass Tim Lobinger

 

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TOP- UND POPSTAR DER LEICHTATHLETIK

“Wild und frei”, lautet sein Motto. Tim Lobinger ist sicherlich nicht der gewöhnliche Hochleistungssportler, wie man ihn sich normalerweise vorstellt. Wo ein Henry Maske innerhalb und außerhalb des Box-Rings mit vornehmer Langeweile glänzt, hat Deutschlands erfolgreichster Stabhochspringer keine Probleme damit, seiner Individualität Ausdruck zu verleihen – ob in der Wettkampf- Arena oder auf dem (Tanz-) Parket der medialen Öffentlichkeit. Und genau dieser Umstand macht ihn sehr sympathisch. In erster Linie zählt für ihn aber der sportliche Aspekt und Erfolg. Sich in einer Sportart durchzusetzen, die akribisches Training, Ausdauer und eisernen Willen verlangt ist, bedarf einer starken Persönlichkeit. Dass er diese besitzt, beweist er uns im Interview.

Tim, man kann Dich getrost als Aushängeschild des deutschen Stabhochsprungs der letzten 15 Jahre bezeichnen. Wann hast Du gemerkt, dass diese Sportart die richtige für Dich ist?
Ich bin mit der Sportart Leichtathletik groß geworden. Bei uns zuhause wurde der Sport gelebt – im eigenen Keller ein Kraftraum, das Wohnzimmer ein Jugendtreff, jede Schulferien ein Trainingslager. Obwohl ich mich in vielen Sportarten zusätzlich verausgabt habe, habe ich mich mit aller Leidenschaft der Leichtathletik verschrieben. Und mit den ersten Erfolgen manifestierten sich die ersten Ziele und Träume als Profisportler

Worauf kommt es an, wenn man beim Stabhochspringen erfolgreich sein möchte?
Stabhochsprung ist die schwierigste und komplexeste Disziplin aller erdenklichen Sportarten. Um die Vielzahl von verschiedenen Bewegungen in kürzester Zeit so effektiv wie möglich zu durchlaufen, bedarf es einer enormem physischen Kraft und einer extrem guten Bewegungssteuerung und -vorstellung. Beim Stabhochsprung kann nur im Grenzbereich gesprungen werden, wenn Geist und Körper fein abgestimmt miteinander harmonieren.

Wie muss man sich das Training eines Stabhochspringers vorstellen? Wie verteilt sich der Anteil von Technik und Kraft?
Jeder Sportler vereint in seinem Körper unterschiedlichste anatomische Eigenschaften. Diese setzen den Rahmen für das spezielle und allgemeine Training. Die Technik ist die Grundvoraussetzung für das Erbringen einer Leistung, ohne sich lebensgefährlich zu verletzen oder von der Sportart selbst, sprich dem Gerät, dominiert zu werden. Somit steht zuerst die Technik im Vordergrund, wobei diese teils auch nur mit besseren Kraftwerten optimiert werden kann. Später zählen dann vermehrt die Kraft und Schnelligkeitsparameter. Der Zusammenhang zwischen Technik und Kraft ist aber immer in einem sehr komplexen Zusammenhang zu sehen. Auch das macht Stabhochsprung so besonders.

Beim Springen sind im Grunde alle Teile des Körpers involviert. Welche Muskeln werden extrem beansprucht und wie sieht Dein Kraft-Training aus?
Das Training ist hochwissenschaftlich und sehr ganzheitlich. Die Bewegungen verlangen dem Körper eine hohe Dynamik, eine explosive Schnellkraft, aber auch kraftspeichernde Eigenschaften ab. Sieht man den Sprung als Ganzes, sind erst die Beine von großer Bedeutung. Sie sind für die Geschwindigkeit verantwortlich und erzeugen mit dem Anlauf die Energie. Dann ist für den kurzen Augenblick des Absprungs, also zum Zeitpunkt der ersten Energieübertragung, der ganze Körper im Einsatz, bevor nach Verlassen des Bodens der Rumpf und die Arme die Bewegung weiter steuern, indem sie den Stab biegen und sich aufschwingen. Am Ende kommt beim Abfliegen erneut die Energie zurück. Trainiert wird also immer ganzheitlich. Natürlich widmen wir den Schultern, dem Bauch und auch dem Rücken eine besondere Aufmerksamkeit.

Wie viel Zeit investierst Du in Dein Training?
Mein Training umfasst immer drei bis sechs Stunden am Tag. Es ändert sich eigentlich nur die Intensität. Zusätzlich zu dieser körperlichen Arbeit kommt gezieltes mentales Training – alles von Videoanalyse bis Trainingsplanung und Sportpsychologie von A bis Z. In der Woche vor den wichtigsten Wettkämpfen des Jahres kann die Trainingsdauer auf zwei bis drei Stunden pro Tag reduziert werden. Doch es gilt mein Spruch: „Wer pausiert, verliert“.

Die Technik hat sich im Laufe der Zeit immer wieder etwas geändert. Worin liegen heutzutage die größten Unterschiede im Vergleich zur Technik von Wolfgang Nordwig, der 1972 in München olympisches Gold gewonnen hatte?
Technisch hat sich nicht sehr viel geändert. Im Hochsprung waren die Veränderungen viel gravierender, wie beispielsweise beim Flopsprung. Im Stabhochsprung brachte die Weiterentwicklung der Stäbe die größten Veränderungen und Leistungssprünge. Im Vergleich zu 1972 sind die Athleten einfach schneller, stärker und besser geschult.

Es ist sicherlich nicht so einfach, die Konzentration während eines langen Wettkampfs zwischen den Sprüngen aufrecht zu erhalten. Wie schaffst Du es, fokussiert zu bleiben?
Entscheidend ist das Gleichgewicht von Spannung und Entspannung, von Konzentration und Gelassenheit, von Selbstsicherheit und Respekt. Auch Angst kann im richtigen Augenblick die Sinne schärfen. Wer vor Nervosität im Körper `fest`und `schwer`wird, wem Leistungsdruck wie ein Joch auf seinem Rücken vorkommt, der sollte sich immer in Bewegung halten. So wie ein Löwe im Käfig auf und ab geht, sollte sich ein Wettkämpfer behutsam und sparsam bewegen, um im richtigen Augenblick wach und voll da zu sein.

Deine Bestleistung in der Halle liegt fünf Zentimeter unter Deiner besten Höhe, die Du im Freien gesprungen bist. Worin liegen die Unterschiede, ob man im Freien oder in der Halle springt?
Ich liebe Sport unter freiem Himmel. Jegliche Art von Störfaktoren, die das Wetter im Freien mit sich bringen kann, ist eine zusätzliche Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Nur Regen im Wettkampf hasse ich! Die Halle ist toll für die Auswertung und für die Planung! Hier liegen die Fehler und Ursachen meist direkt auf der Hand. Wettkämpfe in der Halle sind deutlich entspannter und das Umsetzen von Form in Leistung wesentlich leichter. Meine Bestleitung in der Halle ist wahrscheinlich nur deshalb geringer, weil die Anzahl von Hallenwettkämpfen pro Jahr zwischen acht und zwölf Meetings liegt, im Freien hingegen bei 24 bis 40 Wettkämpfen. Und da sollte dann eher „was gehen“.

Wie motivierst Du Dich Dein Training durchzuziehen, wenn Du mal einen „schlechten Tag“ erwischt hast?
Schlechte Tag sind sehr selten und hören bei mir immer da auf, wo das Training anfängt. Für mich ist die größte Motivation, an unterliegt man immer sich selbst. Für mich war immer die Latte mein Feind, die Höhe mein Gegner. Eine Meisterschaft war eine weitere Chance, unter besonderen Rahmenbedingungen hoch zu springen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich hatte nie das Gefühl, dass mich eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen unsterblich macht. Im Gegenteil: Ich wäre einer von vielen gewesen! Und das in einem Haufen verschiedenster Sportarten! Nein, nein! Die Höhe reizt mich, dort oben bin ich alleine. Diese Höhe, meine eigene Leistungsgrenze, das ist mein Olymp!

Du giltst als etwas exzentrischer Sportler im Vergleich zu den meisten Deiner Kollegen. Du lässt bei der Ehrenrunde im Stadion auch schon mal die Hosen runter. Auch wurdest Du schon des Öfteren als „Showman“ betitelt. Liegt Dir das im Blut, oder machst Du solche Aktionen bewusst?
Meine Show ist, dass ich so bin, wie ich bin! Ich bin weder die „Nippel- Gate“-Affäre noch die „Ich nehme diesen Preis nicht an“-Nummer. Ich bin einfach ich selbst, so gut und so ehrlich es geht.

Apropos Showman: Du hast bei der RTL-Tanzshow „Let’s Dance“ teilgenommen. Dein Erfolg war mit dem vorletzten Platz ja eher – sagen wir mal – überschaubar. Woran lag’s?
Auch wenn ich Respekt vor der Leistung und dem harten Training im Tanzsport habe. Ich bin kein Haustier, ich bin wild und lebe im Freien (lacht).

Deine sportliche Profi-Karriere als Stabhochspringer neigt sich dem Ende zu. Du hast Deine sportlichen Auftritte immer recht medienwirksam gestaltet, hast nie ein Blatt vor den Mund genommen und auch in der Frauenwelt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Kannst Du Dir eine Zukunft in der Medienwelt vorstellen?
Sport ist für mich die schönste und faszinierendste Bühne der Welt. Und dieser werde ich treu bleiben.




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